Folge 546: Zu Gast war Höflich

Songliste: Interpret, Titel, Album
Geld et Nelt – Jingle
Die Dorks — Zivilbullentango — Servus, Gruezi Und K.O.
Bronko Kudlicka — Welcome to the Freakshow! — dressed in black with red cheeks
Kotzen — Woraus wir sind — Endlich der sichere Sand
Idiophon — Schreiende Wände — Am Apparat EP
Konny — Alkohol — Wenn das Wort vielleicht nicht wär …
Thilo mit h — Punkrock Akkustik — Üben fürs Debüt
Autobot — Total mutiert — Total Mutiert!
Not und Elend – Timo — Demo
Höflich — R.A.F. — Demo
Isolation — Unsichtbar — Mopp-Action
So What! — Shopping Mall — Gutter or miss

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Folge 523: Zu Gast war Chris Scholz

Songliste: Interpret, Titel, Album
Geld et Nelt — Jingle
Normahl — Fraggles — Single
Die Alks — Kaperfahrt ins Mädcheninternat —
Die Dorks — Frauen in der Küche — Gundtriebe
Alkohol & Socken — Partylied — Dicke Beine
Abstürzende Brieftauben — Steht ein Mädchen — Ausser Kontrolle
Straßenjungs — Birgit O. — Dauerlutscher
Die Superfreunde — Lokenbach Fuck Off — Apfel Birne
Yeti Girls — Pollenflug — Himmel, hast du keine Flinte
Goldene Zitronen — Für immer Punk — Porsche, Genscher, Hallo HSV
EA 80 — Manchmal — Zweihundertzwei

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CRASHED OUT – Crash & Burn

| Juli 12th, 2011

(CD, I Hate People Records)
Wow, das ist wahrscheinlich eines der schlechtesten Cover aller Zeiten! Man sollte meinen, dass heutzutage wirklich jeder Photoshop gut genug bedienen können sollte, dass so was nicht dabei rauskommt. Der Schriftzug an sich ist ja schon echt bitter und erinnert einen stark an WordArt, nimmt man dazu aber noch dieses verpixelte hässliche kaputte braun-gelbe Auto, das wohl brennen soll und den lieblosen Albumtitel, der darunter gerotzt ist, macht das die Katastrophe perfekt. Da bin ich echt froh, dass ich die CD bekommen hab, denn wie das ganze auf LP-Größe aufgebläht aussieht, will ich mir gar nicht ausmalen. Das ist echt schade, zumal die Musik gar nicht schlecht ist. Die Band kommt aus England und spielt schon seit 1995 zusammen Punk’n’Roll für die Arbeiterklasse. Da geht’s um dreckigen Rock’n’Roll und Kämpfe in Bars, und andere Dinge die man halt so macht, wenn man ein richtig harter Bursche, oder in einigen Songs auch eine harte Frau, ist. Natürlich geht’s auch um den guten Freund Alkohol, und dass den die Band schon in rauen Mengen zu sich genommen hat, lässt sich deutlich an der Stimme des Sängers heraushören. Fett produziert und auch musikalisch passt alles. Aber einen Ausreißer gibt’s dann doch noch zu beanstanden. Wenn die Band im Song „Son Of A Gun“ singt: „I only wanted what’s always been said, a cook in the kitchen and a whore in bed“ weiß man eben nicht, ob das jetzt den dummdreisten Humor der Band beschreibt oder deren reaktionäre Weltsicht. Für Fans des Genres durchaus zu empfehlen. Martin

(CD, www.spezialisten-band.de)
Häää? Ich kapier’s nicht! Hab mir „Du verrückter Hund“ jetzt ein paar Mal angehört, aber wo die Töle jetzt begraben liegt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ist das musikalisch unterlegte Comedy mit NDW- und Rock-Einfluss oder ist es gottgewollte Scheiße? Die Spezialisten sind drei Herren gesetzteren Alters, die sich selbst nicht besonders ernst zu nehmen scheinen, aber trotzdem so ziemlich alles auf’s Korn nehmen, was ihnen vor die Büchse kommt. Definitiv kein Punkrock, obwohl schon das ein oder andere Riff geholzt wird. Trotzdem eher im langsameren Bereich der Rockmusik. Singen auf Deutsch und erinnern mich an Geier Sturzflug, Benny (bei „Gib niemals auf“) und Trio (mit mehr Text und weniger Minimalismus). Aber auch an Bata Illic, Rex Gildo und Udo Jürgens. Weiß der Teufel was die Jungs aus Münster sich so denken. Aber vielleicht ist es auch nur wie Kassierer oder Lokalmatadore ohne Fußball, Ficken, Alkohol. Nonsens-Mucke, die an die Schmerzgrenze geht. Aber nicht ohne – vielleicht sogar schon Kunst. Obnoxious

DIE KASSIERER – Physik

| Februar 2nd, 2011

(CD, True Rebel)
Die letzten sieben Jahre scheinen wie im Flug vergangen zu sein, anders kann ich mir nämlich nicht erklären, wieso ich keinen neuen Kassierer-Geniestreich vermisste, wie der Eimer seinen sprichwörtlichen Arsch darauf. Das bedeutet jedoch nicht, dass Wölfi und Konsorten eine gänzlich überflüssige Scheibe verbrochen haben. Aber wirklich überrascht wird man bei weitem nicht. In gewohnter Manier bieten die Wattenscheider einen bunten Mix aus Themen (Kot, Sex, Physik, Alkohol, etc.) und eine Melange aus Musik (Punk, Metal-Gitarre, Polka, Volksmusik und hassenichgesehn), die den gemeinen Mallorca-Touristen geschockt aus den Socken hauen wird und die Fan-Base dadurch vergrößern wird. Damit will ich nicht meine Sympathien für diese Band schmälern, sondern eben darauf verweisen, wie bekannt die vier älteren Herren aus dem Pott schon sind. Na, und da die meisten Kapellen fade werden, wenn sie zu Mainstream mutieren, möchte ich eben nur darauf verweisen, dass die Die Kassierer eben genau auf dem Weg dorthin sind. Aber trotzdem, auch auf „Physik“ gibt es zweifelsohne wieder grandiose Hits („Nieder mit der Arbeit“, „Ich war ein Spinner“, „Ich niese immer Scharlatan“ oder „Was für ein Ticker ist ein Politiker“) wie sie sonst niemand zu fabulieren weiß. Ein Album für die Masse, nicht gänzlich ohne Klasse. Bocky

(DVD, Compassion Media)
Dass uns dieser Film nicht zugeschickt wurde, wundert mich herzlich wenig, da Punkrock im Gegensatz zu Straight Edge doch sehr wohl eher als hedonistisch veranlagt anzusehen ist, also anstatt mit Selbstgeiselung eher etwas mit Lust, Spaß und Vergnügen zu tun hat. Trotzdem freue ich mich den Film einem Kollegen abgeschwatzt zu haben. Denn so wurde ich recht vergnüglich aufgeklärt, was Straight Edge eigentlich alles ist. Bzw. welche gerade schon abartigen Auswüchse daraus entstanden sind. Bekannt war mir, dass Ian MacKaye mit seiner Band Minor Threat den Grundstein mit dem Song „Straight Edge“ legte. Doch ihm war nicht klar, dass es bald darauf Unmengen von Kids geben würde, die wirklich gänzlich auf Drogen wie Sex, Alkohol und Zigaretten verzichten würden und sich auf ihn beziehen würden. Für Ian MacKaye verwirrend, weil er eher meinte, man soll damit bewusst umgehen, damit man niemand anderem schadet und sein Leben selbst noch geregelt bekommt, bevor es unaufhaltsam aus den Fugen gerät. weiterlesen →

(CD, www.allfuckedup.de)
Biergeschwängerter, einfach strukturierter Grunz-Trash-Metal-Core. All Fucked Up, hier aus der Rhein-Neckar-Region, von denen ich zum Glück noch nie etwas zuvor gehört habe, machen einen auf dicke Hosen und blasen ganz schön die Backen auf. Und, um bei irgendwelchen Körperteilen zu bleiben: Mir geht das ziemlich auf die Eier. Primaten-Imponiergehabe mit Background-Gebelle. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Und das ist gut so. Weil: Vie länger hätte ich das beim besten Wille nicht ausgehalten. Schlimm genug, dass ich mir „Situation Normal“ sage und schreibe zwei Mal von Anfang bis Ende angehört habe. Ach ja, laut Info-Zettel: Bei All Fucked Up „orientieren sich die Texte an allen bekannten Alltags-Problemen: Alkohol, Frauen und Stammtischpolitik“. Prima, dass All Fucked Up keine anderen Probleme haben. Da ist der Tag doch schon so gut wie gerettet. Ab damit in die Tonne! Obnoxious

Nur 150 Karten am 25.10.2010
Zusätzlich zu ihren zwei Auftritten im Rahmen der Vans Off The Wall Tour (23.10. Berlin, 24.10. Münster) werden die amerikanischen Polit-Punkrocker Anti-Flag am 25.10.2010 einen Auftritt im Exhaus in Trier spielen, der auf doppelte Weise besonders ist:
Einerseits kehrt das Quartett aus Pittsburgh mit diesem kurzfristig angesetzten Gig zu ihren Do-It-Yourself Wurzeln zurück (ganz bewußt wurde der lediglich 150 Leute fassende „Schimmelkeller“ als Location gewählt), um im direkten Fankontakt eine kleinstmögliche Location zu rocken. weiterlesen →

HERPES – Das kommt vom Küssen

| September 13th, 2010

(CD, Tapete Records)
Hektisch, hektisch. Elektro-Punk vom Ecktisch. Erinnert mich sehr an die frühen Achtziger als deutsche Bands noch sehr experimentiert haben. Ideal? Okay, vielleicht wegen den Keyboards. Die Goldenen Zitronen? Ja auch, nachdem sie sich vom „Punkrock“ abgewendet haben – vor allem wegen der Stimme! Deutsch Amerikanische Freundschaft? Ja, auf jeden Fall! Aber auf Speed!! Also: 80er Elektro-Punk zwischen Neuer Deutscher Welle und Punk. Erinnert auch manchmal an Rocket/Freudental. Sprechgesang, deutsch, mit Synthie. 10 Songs in 23 Minuten. Einfach nur geil. Vor allem, wenn man auch bereit ist, mal über den Tellerrand zu glotzen. Kommen natürlich aus Berlin. Wortgewandt, sarkastisch und mit mehr Esprit als eine Flasche Johnny Walker. Eher Amphetamine als Alkohol. Habe gerade noch mal überlegt: Wenn die Goldenen Zitronen heute noch so wollten, wie sie gerne würden, dann wären sie Herpes. Herpes kommt übrigens vom Küssen. Muss aber nicht. Geht auch ohne. Dann aber wenigstens von CD. In den Fall: Sehr kurzweilige und angenehme Geschlechtskrankheit. Wird man gerne mal infiziert. Obnoxious